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Der Name Selbstmanagement-Therapie geht auf Frederick H. Kanfer (1925-2002) aus Illinois zurück, der als einer der Gründerväter der modernen, integrativ eingestellten Ausrichtung der kognitiven Verhaltenstherapie gelten darf. Selbst-Management hat dabei nichts mit Management im eigenen Sinne zu tun, sondern soll bedeuten, dass die Patienten im Rahmen des therapeutischen Prozesses in die Lage versetzt werden sollen, aktiv an ihrer Therapie mitzuarbeiten und - soweit wie möglich -  auch eigene Motivation zu entwickeln und Verantwortung für ihren eigenen Therapieprozess zu übernehmen.

Dr. R.F. Tauber und Frederick H. Kanfer 1999 in München

Die kognitive Verhaltenstherapie ist das empirisch am besten abgesicherte psychotherapeutische Verfahren, als Richtlinienverfahren in Deutschland durch die Kostenträger anerkannt und für einen außerordentlich weiten Rahmen an Störungsbildern effektiv einsetzbar.

Dabei hat die moderne Form der Verhaltenstherapie nicht mehr viel mit den Ursprüngen der VT gemein: Sie begründet sich natürlich weiterhin auf Grundregeln der Lerntheorie und der Verstärkung, ist aber keine mechanistische Anwendung von Lernregeln auf menschliches Verhalten mehr, wie das in den Anfangsjahren der Verhaltenstherapie der Fall war.

 

Im Laufe ihrer Entwicklung hat die Verhaltenstherapie viel von verschiedensten anderen Therapierichtungen gelernt, so zum Beispiel von der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und Psychoanalyse, aber auch von anderen Verfahren wie Hypnose, Gesprächspsychotherapie nach Rogers, interpersoneller Psychotherapie, Gestaltpsychotherapie und vielen anderen.

Dabei wurden die hieraus entlehnten Bausteine durch die Integration in die verhaltenstherapeutische Denkweise klarer umrissen, empirisch untersucht und mit eindeutigen Handlungsrichtlinien versehen, was ihre Anwendbarkeit im Vergleich zu den ursprünglichen Verfahren oft deutlich verbessert und erleichtert. Ein Kernpunkt ist dabei die konsequente Orientierung an beschreibbaren Zielen.

Im Laufe der Zeit wurden in der Verhaltenstherapie in den 70iger Jahren der kognitive Therapieansatz, kürzlich dann auch eine affektiv-emotionale Sichtweise sowie eine interpersonelle Perspektive integriert, so dass die moderne kognitive Verhaltenstherapie auch „den ganzen Menschen“ sehen und behandeln kann, allerdings bei deutlicher Konzentration auf das behandlungsbedürftige Symptom bzw. die zugrundeliegende psychische Störung.

 

Die kognitive Therapie, die im deutschen Sprachraum im Begriff „kognitive Verhaltenstherapie“ typischerweise zur Verhaltenstherapie zugerechnet wird, geht auf Forscher wie Beck, Meichenbaum und Ellis zurück. Bei dieser Therapieform wird versucht, psychische Störungen und die damit verbundenen Handlungen und Affekte durch Änderung der Einstellungen und Gedanken der Patienten zu verändern.

Weitere Methoden, die sich gut damit verbinden lassen, sind die übenden Verfahren (Entspannungsverfahren, soziale Kompetenz u.v.a.), Expositionsverfahren (sich bewusst vermiedenen Situationen und Emotionen stellen), Biofeedback (den Körper mit Hilfe von geschickt ausgewählten Messparametern besser kennen lernen und „mit“ ihm handeln statt gegen ihn) u.v.a..

 

Auch verschiedene Ausbildungsbausteine und Vorgehensweisen wurden von anderen Therapieformen übernommen.

So ist die IFA-Gruppe (interaktionszentrierte Fallanalyse oder interaktionszentrierte Fallarbeit) ein verhaltenstherapeutisches Pendant zur Balint-Gruppe, wie sie im tiefenpsychologischen Umfeld angewandt wird. Bei der IFA-Gruppe steht im Vergleich mehr der reale Fall im Vordergrund als bei der klassischen Balint-Gruppe, bei der in erster Linie die Phantasien und Vorstellungen der Gruppenteilnehmer den Gruppenverlauf bestimmen. Die IFA-Gruppe nimmt somit eine Zwischenposition zwischen Supervision, Qualitätszirkel und patientenzentrierter Selbsterfahrung ein, typischerweise ist dabei der Anteil in dem sich der Gruppenleiter/die Gruppenleiterin in den Prozess einbringt, höher und strukturierter/direktiver.

 

Verhaltenstherapeutisch orientierte Selbsterfahrung, typischerweise als Gruppenselbsterfahrung, ist ein anderer Baustein, der von den tiefenpsychologischen Verfahren in die kognitive Verhaltenstherapie aufgenommen wurde. Es ist klar, dass ein guter Psychotherapeut neben einer guten Kenntnis über Verfahren und Interaktionsprozesse und gute Kommunikationsfähigkeiten hinaus auch Kenntnisse über seine eigene Person mit ihren spezifischen Vor- und Nachteilen haben muss, um mögliche Störungen der Therapie durch eigene ungelöste Problemfelder zu vermeiden.

 

Neben diesem Anteil zur „Selbsterkenntnis“ des Psychotherapeuten und des möglichen Einflusses auf die Therapie, wird in einer verhaltenstherapeutischen Selbsterfahrungsgruppe typischerweise auch Wert auf umgrenzte Selbstmodifikationsprojekte gelegt, in denen die Ausbildungskandidaten Selbsterfahrungen mit der Anwendung von kognitiv-verhaltenstherapeutischen Techniken am „eigenen Leib“ machen können. Dabei ist natürlich keine „Selbst-Therapie“ von psychischen Störungen angedacht, hierfür wäre - nach Abklärung, ob der jeweilige Kandidat mit der Störung überhaupt Psychotherapeut werden sollte und kann - eine reguläre Psychotherapie des Kandidaten erforderlich. In einem Selbstmodifikationsprojekt im Rahmen der Selbsterfahrungsgruppe sollen vielmehr fokale eigene Problembereiche umrissen, geklärt und beispielhaft verändert werden.

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